Schachausflug nach Senta(Serbien) vom SV Schwaikheim


Donnerstag 20. Juli 2006 bis Samstag 29. Juli 2006


Am Donnerstag morgen um halb sieben sind wir mit unserem neuen Freund Petar von Schwaikheim in Richtung Serbien aufgebrochen.

Die Einreise nach Serbien ist schon fast abenteuerlich. Die Grenze gleicht einer Baustelle. Die Strassen sind holprig und die Häuser könnten einen neuen Anstrich vertragen.



Wir kommen voller Erwartungen in Senta im Hotel Royal an. Powy gefällt das Hotel, weil es einen gewissen Flair ausstrahlt. Man sieht dem Hotel aber außen wie innen schon deutlich den Zahn der Zeit an. Drinnen sind überall rote Teppiche, die aber scheinbar schon recht lange dort liegen. Man spricht dort serbisch. Es ist kein Pauschalurlaub, wo jeder deutsch spricht und wo es einen Pool und deutsches Essen gibt.

Nach der ersten Besichtigung tauschen wir unsere Einzelzimmer, um im renovierteren Teil bessere Zimmer zu bekommen. Zum Glück haben wir Petar und Ratko als Dolmetscher dabei. Sie übersetzen alles für uns.

Jetzt geht es aber zuerst mal im Hotel zum Abendessen, schließlich haben wir ja Vollpension gebucht. Die Speisekarte können wir nicht entziffern, aber es gibt Wiener Schnitzel und frisches Bier. Das tut gut nach der langen Fahrt.

Dusan ist voll begeistert, uns in seiner Heimat zu sehen.

Er geht mit uns durch den Stadtpark in ein schönes Strassencafe. Dort genießen wir die Abendluft und die kühlen Getränke. Als wir die Rechnung bekommen, sind wir positiv überrascht von den günstigen Preisen.

Ein Bier kostet gerade mal 70 Cent. Wir gehen zurück zum Hotel, ein paar Schachfreunde gehen noch auf ein Musikfestival, dessen Musik bis zu uns zu hören ist.


Am Freitag gibts Omelett mit Schinken zum Frühstück.



Dazu Tee oder türkischen Kaffee mit Satz. Danach schlendern wir über den Markt, der jeden Tag frisches Obst, Gemüse und Honig anbietet.



Um 10 Uhr melden wir uns zum Turnier an. Wolfgang B. und Ratko gehen zur Polizei und geben einen gefundenen Geldbeutel zurück. Das dauert eine Stunde.

Danach fahren wir mit Dusan nach Ada zu einem neuen und schönen Hotel, das wir ab Sonntag abend buchen.

Jetzt erst mal ab ins Freibad. Das macht Spaß. Wasser, Sonne, kühles Bier und gutes reichhaltiges Essen.

Um 15 Uhr fahren wir dann wieder nach Senta zur Eröffnungsfeier unter dem Motto Battle of Senta - 1697 und zum ersten Spiel.



Die erste Überraschung: Es spielen viele Kinder mit. Wir fragen uns, ob wir uns richtig entschieden haben, im B-Turnier zu spielen.

Wir holen mit 7 Spielern 6,5 Punkte in der ersten Runde. Alle sind gut gelaunt.

Zum Abendessen gibt's wieder Schnitzel. Das Hotel ist inzwischen gut belegt mit vielen Schachspielern.

Drei von uns gehen wieder auf das Musikfestival. Jetzt geht es drum, das Wochende mit den ersten fünf Partien gut zu überstehen, dann ist das meiste geschafft und wir haben mehr Zeit für unseren Urlaub.


Am Samstag gibts wieder Omelett oder Spiegeleier zum Frühstück. Mittags besuchen wir ein nettes Strassencafe zum Essen. Wir haben den heutigen Kampftag mit 2 Partien gut überstanden.




Am Sonntag findet der zweite große Kampftag statt. Nach der ersten Partie geht's nach Ada zum Umzug ins neue Hotel. Powy muss leider eine kleine Pause einlegen und ruht sich im Hotel aus.



Die zweite Partie, Runde 5, bringt am Tisch eins eine Schwaikheimer Paarung, weil Dusan und Martin die Tabelle anführen.

Am Abend führt Martin die Tabelle allein mit 5 aus 5 an.



Abends fahren wir nach Ada, den besten Börek und Eis essen, den Urlaub genießen und endlich Dusan und Katarina in ihrer Wohnung besuchen.



Radio Novi Sad berichtet täglich über das Turnier und erwähnt jeweils die 5 besten Spieler vom A- und vom B-Turnier. Dusan und Martin sind dabei.



Inzwischen zweifelt keiner von uns mehr daran, dass das B-Turnier für uns richtig ist.


Am Montag fährt uns Dusan nach Novi Sad. Wir bringen Alfred nach Srenjanin zu seinen Freunden, bei denen er drei Tage wohnt.

Unterwegs kaufen wir frische Melonen. In Novi Sad besuchen wir Dusans Nichte und ihren Mann Vajo. Wir trinken ein Bier in deren moderner und geschmackvoll eingerichteter Eigentumswohnung. Dann zeigt uns Vajo die ganze Stadt. Super, so eine tolle Gastfreundschaft.



Wir sehen die Burg mit riesiger Festung, die Innenstadt, trinken was in schönen Cafes und gehen zum Abschluss abends auf der Donau Essen. Es gibt Fisch Paprika, da sieht man nicht so genau, was man alles isst. Danach gibt's noch leckeren gegrillten Fisch.


Am Dienstag verbrennt sich Wolfgang beim Frühstück die Zunge an einer frischen und scharfen Paprika. Von 8 - 12 Uhr gibt es heute keinen Strom. Von 10 - 14 Uhr sind wir im super schönen Freibad von Ada. Wir ruhen uns aus, baden, schlafen oder spielen Schach.



Martin bereitet sich mit den 55 Partien aus Chessbase auf seinen Gegner in der 6. Runde vor.

Powy motiviert Martin noch mal vor dem Spiel mit den Worten "Gegen den hab ich Remis gespielt, der ist nicht so stark."

Dusan trifft viele alte Schulfreunde wieder, weil er beim Turnier mitspielt und jeden Tag in Senta ist!

Martin hat 6 Punkte aus 6 Partien, Dusan 5 aus 6, ein super Schwaikheimer Ergebnis!!

Das ganze Team motiviert uns!

Um 22 Uhr gibt's noch eine große Portion Gulasch in Ada! Wir leben hier wie die Könige.


Am Mittwoch essen Petar und Martin ihr Müsli zum Frühstück(vom Supermarkt). Frisch gestärkt gehen wir alle ins wunderschöne Freibad. Trotz Schatten gibt es zu viel Sonne. Heute in der 7. Runde spielt Schwaikheim an den ersten vier Brettern mit Martin, Dusan, Wolfgang B. und Powy.

Ratko gewinnt, Martin spielt remis und ist noch mit 0,5 Punkten Vorsprung erster.



Seine beiden direkten Verfolger punkten voll.


Am Donnerstag ist der Tag der Entscheidung. Heute kann Martin mit einem Sieg den 2. Platz sichern und den Gesamtsieg anvisieren, jedoch mit einer Niederlage fast alles verlieren, was wir in den ersten sieben Runden aufgebaut haben.

Aber zuerst mal holen wir Alfred in Srenjanin ab. Die lange Fahrt beginnt abenteuerlich mit einer alten Fähre.



Alfred ist wieder in Hochform und zeigt und erzählt uns alles in seiner früheren Heimat.



Wir sind schon etwas geschafft und wollen bald wieder nach Ada, und anschließend nach Senta zu unserem vorletzten Spiel. Aber zuerst fahren wir nach Secan, in Alfreds Heimatdorf.



Dort essen wir gut im Restaurant, während Alfred noch einiges erledigt. Petar versucht sich dabei als Dolmetscher. Die Weiterfahrt führt uns zu einer tollen Villa.



Dann in ein Dorf, das vor kurzem überschwemmt wurde. Alfred ist unser perfekter Reiseführer. Die Rückfahrt nach Ada geht kilometerlang über Kopfsteinpflaster(scheinbar eine Abkürzung), bis uns hinten im Bus übel wird.

Wir kommen dennoch pünktlich und gesund in Senta zur 8. Runde. Martin entscheidet die Partie nach einem langen Kampf für sich und hat damit den 2. Platz sicher!!! Super!! Was für ein Dreamteam!

Alle sind überglücklich. Ein halber Punkt vor dem zweiten, eineinhalb vor dem dritten. Jetzt kann nichts mehr passieren.

Ein Remis dürfte jetzt für den Gesamtsieg reichen. Martin wird gegen Wolfgang B. gelost.

Aber jetzt fahren wir erst mal nach Mol zum Abendessen bei Dusans Verwandten. Ein echter Bauernhof! So gut waren wir schon lange nicht mehr essen.



Heute schmeckt es besonders gut. Tolle Stimmung, es gibt Melonen, Schnaps, Fleisch, eigene Gurken, lauter Leckereien!!


Am Freitag wird die letzte Runde schon um 8 Uhr gespielt, um 13 Uhr findet dann die Siegerehrung statt. An Tisch zwei und drei gibt es schnelle Remisen! Einige müssen aber noch hart kämpfen für den letzten Punkt.

Martin spielt remis und ist damit alleiniger Gesamtturniersieger!! Wolfgang B. erreicht den 7. Platz.



Ich(Martin) danke dem ganzen Team für diese tolle Motivation! Ohne so ein Team hätte ich das nie geschafft.

Danach gehe ich noch mit dem Dolmetscher Petar auf den Markt Obst und Honig einkaufen. Danach treffen wir uns alle im Cafe, was trinken und den Tag genießen.

Bei der Siegerehrung bekommen Martin und Wolfgang B. eine Urkunde und 2.500 Dinar bzw. 1.400 Dinar Preisgeld!



Volle Begeisterung im ganzen Turniersaal!!



Danach geht's ins Freibad zum Feiern. Die Siegesprämien sind für das ganze Team.



Es herrscht tolle Siegerstimmung, wir schwimmen, essen, trinken, spielen Schach und Skat und haben tolles Wetter! Dusans Schulfreund Branko ist auch mit eingeladen.



Zurück im Hotel sehen wir, dass dort eine riesige Party stattfindet. Wir bleiben noch bis Mitternacht zum fotografieren, zuschauen und die tolle Stimmung genießen.


Am Samstag wird um 6 Uhr gemeinsam inmitten der Überbleibsel des Vorabends gefrühstückt. Der Ober verabschiedet sich noch freundlich von uns.

Nachdem sich am Markt jeder eine frische Melone(ca. 10 kg das Stück) geholt hat, treten wir die Heimreise an.



Ankunft in Schwaikheim um ca. 20 Uhr.


Senta war eine Reise wert!